Haus der Sorben
    
 

 

Haus der Sorben

Die Idee, ein Haus der Sorben als Zentrum der sorbischen nationalen und kulturellen Bewegung zu schaffen, entstand bereits im Jahre 1866. Jahre später hatte der sorbische Patriot Jan Arnošt Smoler ein Grundstück am Lauengraben in Bautzen erworben, auf dem das "Wendische Haus - Serbski dom" errichtet werden sollte.

Anlässlich des 50. Gründungstages der "Maćica Serbska" konnte 1897 die Grundsteinlegung erfolgen, nachdem durch Geldsammlungen unter der sorbischen Bevölkerung und im Ausland die notwendigen Mittel für den Bau aufgebracht worden waren. In den deutschen Medien wurden die Bestrebungen der nationalbewussten Sorben als politischer Panslawismus abgestempelt und diffamiert.

Das "Wendische Haus - Serbski dom" wurde 1904 feierlich eingeweiht. Mit der wissenschaftlichen Bibliothek, dem Museum, der Verlagsgesellschaft und anderen Einrichtungen wurde es zum Mittelpunkt des sorbischen Kulturlebens.

1937 wurde es durch die Nationalsozialisten besetzt und anderweitig genutzt. Im April 1945 zündete die SS das "Wendische Haus - Serbski dom" an und es brannte vollständig nieder.

Auf dem Gelände der durch Kriegseinwirkung zerstörten ehemaligen Bautzener Lessingschule am Postplatz begannen sorbische Jugendbrigaden im Februar 1947 mit der Beseitigung der Trümmer. Die Grundsteinlegung des Hauses der Sorben - Serbski dom erfolgte im August 1947 anlässlich des 100. Gründungstages der "Maćica Serbska" und wurde zum II. Sorbischen Volkstreffen am 8. 7. 1956 der Öffentlichkeit übergeben.

Die Eingangshalle schmückt ein bleigefasstes farbiges Fenster mit dem Symbol der Domowina und der Darstellung sorbischer Bräuche aus vier Kulturregionen, das der sorbische Maler Měrćin Nowak-Njechorński gestaltete.

Nach der politischen Wende wurde das Haus renoviert und der Vorplatz zum 1000- jährigen Jubiläum der Stadt Bautzen neu gestaltet.

Viele in- und ausländische Delegationen besuchen jährlich das Haus der Sorben - Serbski dom und informieren sich über die Arbeit der Domowina und der Stiftung für das sorbische Volk.