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Měrčin Nowak-Njechorński / Martin Nowak-Neumann
gehört
zu den herausragenden sorbischen Persönlichkeiten des 20 Jahrhunderts.
Er wurde am 13.Juni 1900 in Nechern geboren. Nach dem Kunststudium in
Leipzig, Dresden, Prag und Warschau war er von 1929 bis 1969 - mit Unterbrechung
von 1933 bis1947 durch Haft, Berufsverbot und Krieg - als Redakteur und
Chefredakteur sorbischer Zeitungen und Zeitschriften tätig. Darüber
hinaus wirkte er Jahrzehnte in ehrenamtlichen Gremien. Hochgeehrt starb
er am 6.Juli 1990 in seinem Geburtshaus. Sein Grab befindet sich in Gröditz.
In den zwanziger Jahren formulierte Martin Nowak-Neumann sein Lebensziel,
"Maler, Diener, und Künder" des sorbischen Volkes zu werden.
Diesem Vorsatz widmete er sein außerordentlich fruchtbares Schaffen.
Als bildender Künstler stellte sich Nowak-Neumann die
Aufgabe, eine sorbische nationale Kunst zu begründen. In Anlehnung
an die traditionelle Mythologie und Folklore mit einer romantisch-historischen-
den Darstellung der ländlichen Lebensweise. Wassermann, Mittagsfrau,
Lutken und andere Figuren aus Sagenwelt und Volksliedern erhielten durch
ihn erstmals eine überzeugende Gestalt. Selbst seine Werke aus der
Zeit des sozialistischen Realismus tragen märchenhafte Züge.
Sein Signet ist das Lindenblatt, die Linde das Symbol des sorbischen Volkes.
Als Publizist und Schriftsteller verfasste Nowak-Neumann
unzählige Aufsätze, Reportagen und eine Reihe von Büchern.
Er schrieb fast ausschließlich in sorbischer Sprache, zuweilen poetisch,
oft streitbar kritisch und stets in einem eigenwilligen Sprachstil. "Krabat",
sein erfolgreichstes Buch, wurde in mehreren Sprachen übersetzt.
Seine in drei Bänden erschienenen Lebenserinnerungen sind ein aufschlussreiches
Dokument der Zeitgeschichte.
Als
Übersetzer übertrug Nowak-Neumann Autoren wie Gorki, Gogol,
Puschkin, Tschechow und Capek ins Sorbische. Die russische und tschechische
Sprache hatte er sich im Selbststudium angeeignet.
Als Volkskünstler sammelte und veröffentlichte
Nowak-Neumann Material über Trachten und Brauchtum. Sachkenntnis
erwarb er sich vor Ort auf ausgedehnten Wanderungen durch die Lausitz.
Als Kulturpolitiker trat Nowak-Neumann mit Nachdruck für
seine sorbischen und slawischen, nach 1945 auch sozialistischen Ideale
ein. Sein Engagement galt der nationalen und sozialen Gleichberechtigung
des sorbischen Volkes.
Das Martin-Nowak-Neumann-Haus
wurde am 19.Juni 1999 der Öffentlichkeit übergeben.
Entsprechend
dem Testament des Künstlers war das Anwesen in Nechern nach seinem
Tod in den Besitz der Domowina, Bund Lausitzer Sorben, übergegangen,
aufwendig saniert and als Museum und kulturelle Begegnungsstätte
eingerichtet worden.
Der Laden, zurzeit von Nowak-Neumanns Kindheit Haupteinnahmequelle
der Familie, ist originalgetreu mit der charakteristischen Ladentafel
und mit Utensilien aus der Zeit nach 1900 ausgestattet. Die Wohnstube
mit ihrer eigentümlichen Einrichtung ist so belassen, wie sie der
Künstler zu Lebzeiten nutzte.
In weiteren Räumen wird das Umfeld, in dem Nowak-Neumann
wirkte, vorgestellt. Informiert wird über die Sorben im östlichen
Bautzener Land, den Heimatort Nechern, die ungewöhnlichen familiären
und religiösen Verhältnisse während seiner Kindheit, die
die Entwicklung des Künstlers nachhaltig geprägt hatten, und
die kunstvollen Stickarbeiten seiner
Schwestern.
Dem Werdegang und Wirken von Nowak-Neumann sind zwei Ausstellungsräume
gewidmet. Unmittelbaren Eindruck von seinem Schaffen vermittelt das im
Originalzustand erhaltene Atelier im Gartenhaus. Von der innigen Naturverbundenheit
des Künstlers zeugt der Vorgarten, sein Paradiesgärtlein.
BUSVERBINDUNG
Bushaltestelle
Abzweig Nechern
(Linie Bautzen - Weißenberg)
Bushaltestelle Nechern
(Linien Bautzen - Weißenberg über Gröditz)
BAHNVERBINDUNG
Bahnhof Pommeritz
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