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Serbske nałoki w běhu lěta / Serbske
nałogi w běgu lěta
Vorwort
Wer in die Lausitz kommt, begegnet dem kleinsten slawischen
Volk - den Sorben, die seit alters her auch Wenden genannt werden. Zweisprachige
Orts- und Straßenschilder weisen darauf hin, dass im Süden
Brandenburgs und im Osten Sachsens seit 1000 Jahren Sorben und Deutsche
in Nachbarschaft leben. Neben der sorbischen Sprache sind vielfältige
Bräuche und besondere Traditionen bis heute erhalten geblieben.
Die vorliegende Broschüre soll ein authentisches Bild
vom Brauchtum der Sorben vermitteln. Wir stellen Bräuche vor, die
für den Touristen wirklich erlebbar sind.
Jeder Brauch hat seine Geschichte. So wie sich das Leben
ändert, so wandeln sich auch Inhalt und Funktion der Bräuche.
Manch heidnischer Brauch wurde seit der Christianisierung mit neuem Inhalt
erfüllt, ist aber in seiner früheren Form erkennbar.
Zu einer Zeit, als die Sorben oder Wenden unterdrückt
und germanisiert wurden, war die Pflege der Bräuche ein Mittel zu
ihrer Selbsterhaltung. Auch heute bildet die Brauchpflege einen Wert,
weil sie in ihrer Vielfalt die Schönheit der Kultur widerspiegelt
und den Zusammenhalt des kleinsten slawischen Volkes festigt.
Die Bräuche wirken darüber hinaus als touristische
Anziehungspunkte. Als eigenständige Traditionen gelten die Volkstrachten
in den einzelnen Regionen, die noch im Alltag oder zu bestimmten Anlässen
getragen werden.
Die Sorben/Wenden bemühen sich darum, die Überlieferung
zu bewahren, damit sie im vereinten Europa als Mosaikstein in der Vielfalt
der Kulturen sichtbar bleibt.
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