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Nowolětka - Neujährchen
Eine besonders mystische Zeit im Jahresbrauchtum war die
Zeit zwischen Weihnachten und dem Drei-Königs-Tag. An der Schwelle
zum Neuen Jahr schien die Natur voller Geheimnisse zu sein. Mit gewissen
Praktiken und Orakeln wollte man viel über die eigene Zukunft erfahren,
und auch das Vieh sollte im nächsten Jahr vor Krankheiten geschützt
werden. Leopold Haupt und Jan Arnost Smoler schreiben dazu in ihrem Buch
"Volkslieder der Sorben in der Ober- und Niederlausitz" von
1841 folgendes:
"Am Abende vor dem neuen Jahre und heil. Dreikönigstage,
bisweilen an diesem Feste selbst, backen Einige mancherlei Figuren von
Teig in Gestalt der Kühe, Schafe, Schweine, Gänse etc., von
denen sie die zum neuen Jahr gebacknen Neujährchen (nowe ljetka)
die zum Dreikönigstage zubereiteten aber Dreilinge (tsjódrak)
nennen. Diese Figuren werden von den Kindern ihren Pathen geschenkt, von
denen sie dafür ein Gegengeschenk erhalten und dem Viehe zum Prasse
geben, welches dadurch recht gedeihen soll." Heute werden diese Figuren
auch aus Salzteig geformt.
Vielen sind der Ursprung und der Sinn dieser Neujährchen,
auch Gebildgebäck genannt, nicht mehr bekannt. Trotzdem lebt dieser
schöne Brauch noch. Kinder, aber auch Erwachsene formen liebevoll
Figuren und verschenken sie dann an Freunde oder Verwandte als Glücksbringer
für das neue Jahr.
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