|
Janojski bog - Jänschwalder Bescherkind
Ein
regionaler Vorweihnachtsbrauch, das Bescherkind, ist in der Niederlausitzer
Trachtenregion nur noch in der Gemeinde Jänschwalde bis zur Gegenwart
lebendig geblieben. Er ist zurückzuführen auf die Spinnstube,
zu der die Mädchen des Dorfes noch bis in die 50er Jahre von Mitte
Oktober bis zum Aschermittwoch allabendlich in einem der Bauernhäuser
zusammenkamen. Am Mittwoch vor dem Weihnachtsfest traf man sich zur letzten
Spinnstube des Jahres. Das älteste Mädchen wurde von den anderen
als Bescherkind angekleidet.
Die Tracht des "Janojski bog" wird aus den
schönsten Teilen der Niedersorbischen Tracht zusammengestellt. Besonders
auffällig und aufwendig ist der Kopfputz gearbeitet. Ihn zieren Hochzeitsgirlanden
und Kränze von 3 Brautjungfern. Vor dem mit einem weißen Tülltuch
verdeckten Gesicht hängen noch bunte Bänder und Ketten. Niemand
soll das Bescherkind erkennen. Über einem roten Bandrock werden zwei
weiße Schürzen und noch dazu 4-5 bunte bestickte Rockbänder
von anderen Röcken angesteckt. Begleitet wird der "Janojski
bog" von zwei Mädchen, die die Spinnstubentracht tragen. Gemeinsam
gehen sie so durch das winterliche Dorf. Mit einem Glöckchen verkündet
das Bescherkind sein Ankommen. In der einen Hand trägt es eine mit
bunten Bändern umwundene Birkenrute, mit welcher es an die Fenster
der Häuser schlägt und sein Kommen ankündigt. Die beiden
Begleiterinnen warten draußen. Die Kinder sind schon sehr gespannt.
Schweigend beschert der "Janojski bog" ihnen aus seinem
am Handgelenk getragenen Bündelchen eine handvoll süßer
Geschenke. Durch das verdeckte Gesicht und das Schweigen wird die vorweihnachtliche
Heimlichkeit dieser Gestalt bewahrt. Die Eltern und Großeltern streift
das Bescherkind mit der Rute, um mit seiner Kraft für das neue Jahr
Gesundheit und Glück zu wünschen.
|