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Rejtowanje wo kołac - Stollenreiten
Ein Brauch ganz anderer Art ist das Stollenreiten. Nur noch
in Neu Zauche, am Nordrand des Spreewaldes, wird es in der traditionellen
Form durchgeführt. Bis in die Mitte des vorigen Jh. war es ein zu
Pfingsten gepflegter Brauch und auch ein Teil des Hochzeitszeremoniells,
wo die unverheirateten Gäste an einem Wettreiten nach einem großen
Kuchen oder Stollen teilnahmen. Heute als Erntebrauch, im Monat August
gepflegt, beginnt das Fest am Vormittag mit einem Gottesdienst der Dorfjugend,
auch wenn viele Jugendliche nicht mehr der Kirche angehören. Die
Mädchen tragen die Kirchgangstracht, die in Anlehnung an das frühere
Hochzeitszeremoniell der Brautjungferntracht entspricht und bei der zum
Bandrock und besticktem Halstuch die bunte Seidenschürze getragen
wird. Bevor es am Nachmittag zum eigentlichen Stollenreiten auf den Reitplatz
geht, werden die Preise für die Sieger präsentiert, für
die Burschen wie für die Mädchen je drei unterschiedlich große
mit Blumen und Spargelkraut geschmückte Stollen. Die Burschen reiten
in weißen Leinenhosen und Hemden auf ungesattelten Pferden um die
Wette und ermitteln so den schnellsten Reiter.
Die Mädchen haben ihre Seidenschürzen gegen die
weiße Spitzenschürzen getauscht und ermitteln beim Topfschlagen
ihre Besten. Die jeweils drei Erstplazierten erhalten dann die begehrten
Stollen. Der Letzte erhält als Trostpreis einen Tabaksbeutel. Auch
hier klingt das Fest mit einem Tanzabend aus.
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