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Majski bom - Maibaum
Die Bedeutung des Maibaumes und der Maizweige liegt darin
begründet, dass sie den Wachstumsgeist verkörpern, welcher Fruchtbarkeit
und Gesundheit in das Dorf und in die Häuser bringen soll.
Der 1. Mai war im volkstümlichen Kalender verschiedener
Völker ein wichtiger Einschnitt im Jahresverlauf; das Sommerhalbjahr
wurde eingeleitet. Bei vielen Völkern war es Sitte, zu festlichen
Gelegenheiten Haus und Hof und manches andere mit Grün zu schmücken.
Der frische, grünende Baum symbolisierte in besonderer Weise erneuernde
Kraft. Von der Maie brach man Reiser ab und trug sie nach Hause, sie sollten
Glück bringend sein. So wie die ins Haus gebrachten grünen Zweige
Lebensruten des einzelnen Menschen oder Hauses waren, so war der große,
mitten im Ort aufgestellte und ängstlich bewachte Maibaum der Lebensbaum
der Gesamtheit, des ganzen Dorfes.
Viele dieser Glaubensinhalte sind jedoch in der heutigen
Zeit überholt, aber im Bewusstsein der Menschen durchaus noch vorhanden.
Im östlichen Teil der Niederlausitz wurde der Maibaum bis in die
vierziger Jahre erst zu Pfingsten aufgestellt und zu Johanni gefallt.
Der Baumstamm wurde versteigert und dann "vertrunken". In der
Zeit des Nationalsozialismus durfte der Maibaum nicht mehr zu Pfingsten,
sondern musste zum 1.Mai aufgestellt werden. Nach dem Krieg wurde dieser
Termin in vielen Orten der Niederlausitz beibehalten. Heute stellt die
Dorfjugend mancherorts schon am Vorabend zum l .Mai im Dorfzentrum den
Maibaum feierlich auf. Am Wipfel eines meterlangen geschälten Stammes
ist eine grüne Birke befestigt und darunter ein bis zwei Kränze
mit bunten Bändern. Den Stamm ziert oft noch eine grüne gedrehte
Girlande. In der ersten Nacht muss der Baum von den Burschen bewacht werden,
da er auch heute noch als Symbol der Gesundheit und Wachstum für
das gesamte Dorf betrachtet wird und die Jugend anderer Dörfer bestrebt
ist, den Baum abzusägen oder gar zu stehlen. Sollte der Versuch gelingen,
bedeutet das eine Schande für das ganze Dorf und der Maibaum darf
die nächsten sieben Jahre in diesem Dorf nicht aufgestellt werden.
In einigen Orten aber wird der Maibaum erst am Morgen des 1.Mai feierlich
mit der gesamten Dorfgemeinschaft aufgestellt und mit einem Dorffest verbunden.
Im Gegensatz zur Oberlausitz, wo das traditionelle Maibaumwerfen als Dorffest
an einem Sonntag im Mai stattfindet, steht der Maibaum in der Niederlausitz
oft bis Johanni, wird gefällt und versteigert.
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