| Kleine Information zu den Sorben / Wenden in Deutschland | ||
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Sorben / Wenden in der Niederlausitz Erst unter dem Druck des sächsischen "Gesetzes zur Wahrung der Rechte der sorbischen Bevölkerung" (1948) nahm der Brandenburger Landtag verspätet im Jahre 1950 eine "Regierungsverordnung zur Förderung und Entwicklung der sorbischen Kulturbestrebungen" an, welche aber praktisch wenig an der vorherrschenden, wenig sorbenfreundlichen Haltung der regionalen Obrigkeit änderte. Erst 1952 wurde in Cottbus eine sorbische Oberschule (später Sorbische Erweiterte Oberschule, heute Niedersorbisches Gymnasium) gegründet. In Cottbus- Sielow entstand im März 1998 erstmals in der Geschichte der Niederlausitzer Sorben/ Wenden eine Kindertagesstätte, in der Kinder in niedersorbisch- wendischer Sprache erzogen werden. Weitere folgten im Rahmen des so genannten WITAJ- Projektes, mit dem sich große Hoffnungen zur Revitalisierung der sorbischen Sprache verbinden.
Dennoch bekennen sich noch erstaunlich viele Jüngere zu ihrer wendischen Herkunft und den ererbten Traditionen. Dies lässt sich vor allem an der Pflege uralten wendischen Brauchtums ablesen, die seit mehreren Jahren anhaltend eine Renaissance erlebt. Auch die wendischen Trachten sind in der Niederlausitz wieder zu Ehren gelangt und werden von vielen Frauen und Mädchen jüngeren Alters zwar nicht mehr täglich, aber doch zu besonderen Anlässen getragen. 1574 wurde das erste sorbische Buch gedruckt. Es war ein niedersorbisches Gesangbuch und der Kleine Katechismus. Seitdem kämpfen sorbische Geistliche, Lehrer und Journalisten einen ungleichen, aufopferungsvollen Kampf gegen den Niedergang der Sprache und vollbrachten bis heute erstaunliche Leistungen, wie z. B. der Lehrer und Kantor Christian Schwela, welcher von 1864 bis 1915 mehr als 51 Jahre lang ununterbrochen den "Bramborski Serbski Casnik" redigierte. Es gibt die niedersorbische Wochenzeitung seit 1848 unter wechselnden Namen, mit Unterbrechung in der Nazizeit und in den Jahren nach dem 2. Weltkrieg. Sie ist Brandenburgs älteste existierende Zeitschrift. 1956 wurden die ersten niedersorbischen Rundfunksendungen ausgestrahlt. Seit Ostern 1992 sendet der Ostdeutsche Rundfunk Brandenburg monatlich eine halbe Stunde Fernsehen in niedersorbischer Sprache. Doch reichten alle Bemühungen bislang natürlich nicht aus, die fortschreitende Assimilation zu stoppen oder gar umzukehren. Im Schuljahr 2000/2001 lernten z. B. mehr als 500 Schüler am Niedersorbischen Gymnasium, doch lediglich zwei, d.h.0,4%, waren noch sorbische Muttersprachler. Es droht große Gefahr, dass die Niedersorben von der ethnographischen Karte Europas verschwinden, wenn nicht geeignete Fördermaßnahmen stattfinden, um die Sprache und Kultur des kleinen slawischen Volkes der Lausitzer Sorben zu retten. Werner Meschkank, Serbski muzej Chośebuz/Wendisches Museum Cottbus Weitere Informationen unter:
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