| Kleine Information zu den Sorben / Wenden in Deutschland | ||
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Evangelische Sorben im Bautzener Land Der Beginn des Industriezeitalters brachte radikale Veränderungen: Industrialisierung, Zerfall der dörflichen Struktur, höhere Mobilität der Bevölkerung, deutsche Medien, Schulen. Infolgedessen legten die evangelischen Sorben des Bautzener Landes gegen Ende des 19. Jahrhunderts ihre Trachten ab. Bräuche gerieten in Vergessenheit. Die evangelischen Sorben wurden zweisprachig, und gingen eine oder zwei Generationen später fast vollständig zur deutschen Einsprachigkeit über. Heute hört man im Bautzener Land nur noch selten die sorbische Sprache. Zumeist wird sie unter der älteren Generation angewandt; sorbischsprachige Familien sind seltene Ausnahmen. Trotz dieser schwierigen Situation gibt es Aktivitäten, um sorbische evangelische Traditionen zu bewahren und in die Zukunft weiterzutragen. In einer Reihe von Kirchgemeinden werden mehrmals pro Jahr Gottesdienste oder Gemeindenachmittage in sorbischer Sprache gehalten. Dafür stehen zwei Geistliche, der Sorbische Superintendent und ein weiterer Pfarrer, zur Verfügung. Die Sorbische Superintendentur ist außerdem verantwortlich für die Ausstrahlung sorbischer Rundfunkandachten, die Durchführung eines alljährlich stattfinden sorbischen Rüsttages, Religions- und Konfirmandenunterricht in sorbischer Sprache sowie die Redaktion der seit 1891 erscheinenden Monatszeitschrift " Pomhaj Bóh" (Gruß der evangelischen Sorben, zu Deutsch etwa: Gott helfe dir).
Von der sorbischen Vergangenheit des Bautzener Landes zeugen heute die slawischen Familien-, Orts- und Liegenschaftsnamen. In vielen Kirchen sind sorbische Aufschriften, Bücher, Fahnen und Paramente zu finden. Die noch heute vorherrschende relativ starke Volkskirchlichkeit ist auf die Kirchentreue der ehemals sorbischen Bewohner zurückzuführen. Trudla Malinkowa; foto: Měrćin Wirth Weiter Inforamtionen unter:
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